Teil 1 Lelystad bis Vlissingen

1. Tag, Freitag 19. Juli 2013

 

12:05 Helga hat endlich „Feierabend“ und Ferien!!! Wir fahren los. Auf der Autobahn kommen wir wider Erwarten gut voran – kein Stau. Kurz vor 14:30 Uhr erreichen wir Lelystad und gehen noch wichtige Sachen einkaufen (Waffeln, Kekse,..). Dann geht´s zum Hafen. Wir benötigen 2 Handkarren für unsere Mitbringsel und machen uns erst mal ans Bunkern (Sachen verstauen, Wasser tanken).

Erstaunlich, was da so alles rein passt und nach dem Verstauen trotzdem noch recht aufgeräumt aussah.

Wir sehen da auch noch recht „aufgeräumt“ aus.

 

Wind NNW 5 (angesagt waren 3 – 4)

 

17:15 Leinen los und zum Einstieg erst mal ein fast missglücktes Ablegemanöver unter Seitenwind. Ging nochmal gut.

 

Kaum 5 Minuten später haben wir aber schon unseren ersten Crash; beim Anlegen in Warteposition vor der Schleuse.

Im Nachhinein gesehen war es Blödsinn, bei achterlichem Wind (von hinten) mit der – sonst so genialen – Mittelklampentechnik anzulegen. Aber genau das haben wir getan. Dadurch wurde aber das Heck weg- und der Bug rangedrückt, was erstens zu großen Krach zwischen den Schiffseignern und zweitens einem kleinen Schaden an der Relingleiste führte. Das fängt ja gut an ............

 

Nach dem „Abflauen“ der Gemüter können wir uns relativ schnell wieder „aufklaren“ und resümieren, was da(s) war. Wieder crewtauglich legen wir dann in der Schleuse zuerst mit der Achterleine an - geht doch!

 

17:50 Raus aus der Schleuse und Segel hoch; erst Groß im Reff und Fock. Zunächst unter den langen Hafen raus mit schönem ruhigen Raumwindsegeln. Im (freien) Markermeer wird es erwartungsgemäß unruhiger, weil schaukelig. Wir setzen noch das Besan und verkleinern die Rollfock. Wir sind zwar schnell (6 Knoten = ca. 10 Km/h) haben aber viel Ruderdruck. Der wird später deutlich weniger, nachdem wir das Groß wegnehmen.

 

Das Schaukeln geht an die Nerven. Zudem hat Helga Probleme mit/in der Hüfte.

Nach knapp 3 Stunden haben wir erst mal genug und lassen im „Vluchthafen“ vor Pampus den Anker fallen. Wir haben beide Bedürfnis nach Ruhe und ... Hunger!

 

Essen, Betten beziehen, Ankeralarm an, noch was lesen, Schlafen.

 

 

2.Tag, Samstag 20 Juli 2013

 

10:15 Anker auf. Haben eine Stahltrosse (!) eingefangen und wieder dem Grund übergeben.

Mit Fock, Raumwindkurs und Schaukelei geht`s Richtung Amsterdam.

 

12:25 Vor und in der Oranjesluis (Amsterdam) wieder katastrophale Anlegemanöver ... aber nicht von uns, sondern von Holländern (!), die aber auch gar nix auf die Reihe bekommen. Wir können relaxt zuschauen. Das nennt man „Hafen-, bzw. Schleusenkino“!

 

Nach der Schleuse motoren wir erst mal an Amsterdam vorbei ...

und weil der Wind mal wieder aus der falschen Richtung kommt gleich auch weiter nach Ijmuiden.

16:00 Das Tor zur Nordsee öffnet sich und wir werden empfangen mit Mövengeschrei, schönem Wetter und Aussicht auf/s Meer.

Zunächst geht`s aber links ab in die Seeport Marina (falsche Endscheidung).

 

16:30 erhebliche Missverständnisse und falsches Handling führen zu einem katastrophalen Anlegemanöver (muss das denn immer sein!?). Zudem ist in 300 m Luftlinie eine Kirmes aufgebaut, die uns an „Techno Scheiß“ und ähnlicher Musik teilhaben lässt.

Wir denken an Weiterfahren (was wir besser auch gemacht hätten), sind aber so genervt, dass wir doch bleiben.

 

Abends holen wir uns die aktuellen Windmeldungen ein und legen die Strategie für den kommenden Tag zurecht:

Ausschlafen, Abfahrt 13 Uhr, um im Hellen noch am Maasgeul vorbeizukommen und

dann nach Nachtfahrt um auch wieder im Hellen in Blankenberge einzulaufen.

 

3. Tag Sonntag 21. Juli 2013

 

Über den Tag schreibe ich nix, den lasse ich aus! Sonst müsste ich ja darüber berichten, dass das der (wahrscheinlich) beschissenste Tag des ganzen Urlaubs war!

Als wir wie geplant ablegen, haben wir den Wind so, wie er angesagt war und es geht mit raumen Wind und 5 Kn gut voran ... so ca 1 Std lang. Dann dreht jemand den Hahn an der Windzufuhr zu, ohne aber den Wellenhahn zu schließen. Das bedeutet wir werden immer langsamer (wir haben sowieso noch Strömung gegen uns) und es wird schaukelig und nervig (wenig Wind von hinten = unser „Lieblingskurs“).

15:15 Schlappen über Bord! Weitere Missverständnisse legen weitere Nerven blank und lassen die „Rettungsaktion“ zu Nichte werden.

 

Helga „will jetzt nach Hause“! Wir fahren erst mal - ohne Schlappen - weiter.

 

Abwechselnd wir motort, gesegelt, motort, gesegelt, ... Die Stimmung ist am Boden!

Um 19 Uhr endscheiden wir uns endgültig für`s Motoren :-(

 

21:20 Erreichen – mittlerweile mit 9,1 Kn Speed das berüchtigte „Maasgeul“ (die Ein- und Ausfahrt der Großschiffahrt in die Maas bei Hoek van Holland.

Da ist aber „tote Hose“; keine Schiffe weit und breit! Keine tote Hose herrscht dafür auf der Wasseroberfläche ...

die nur wenig später so aussieht.

 

 

22:30 Wieder Wackelkurs, „natürlich“ unter Motor. An Schlafen ist zwar zu denken, aber nicht umzusetzen.

 

Erkenntnis des Tages: Nie wieder Nachts motoren!

 

23:15 Wir sind fix und alle und werden noch „Schönwettersegler“:

Endscheiden  Kursänderung Richtung Haringvliet!

 

Erreichen die Schleuse problemlos dank Vollmond, Laptop und gut betonntem Fahrwasser und lassen um 00:30 den Anker fallen.

 

4.Tag, 22.Juli 2013

 

Nachdem die schwachwindige Wetterlage ein schnelles Vorankommen nach Frankreich erschwert, endscheiden wir uns für die etappenweise Weiterfahrt durch Südholland und Zeeland.

 

9:30 Anker auf und schleusen in den Haringvliet. Dort motoren wir erst mal in den schönen Ort Hellevoetsluis und suchen uns ein schattiges Plätzchen vor einem Baum. Für heute sind „tropische“ Temperaturen von 34 ° angesagt (sind mind. 40). Mit Schatten, Wasser, Strom und Internet entscheiden wir uns für´s hier bleiben. Nach Frühstück, Einkaufsfahrt und Diesel nachfüllen ist dann aber doch segelbarer Wind da.

 

Also legen wir um 15 Uhr wieder ab und machen heute mal einen auf ruhiges Schönwettersegeln. Das tut uns gut

5. Tag, 23.Juli 2013

 

Nach morgendlichem Sprung in die Fluten mit ausgiebiger Körper und Rumpfpflege ...

... geht´s um 11 Uhr weiter Richtung Osterschelde. Dort wollen wir nach Abhören der aktuellsten Wetterprognose entscheiden, ob wir wieder in die Nordsee schleusen oder über Versemeer und Veere nach Vlissingen fahren.

 

Auch heute wieder schönes Segeln - allerdings nur unter Schatten möglich. Entspannung stellt sich ein.

14:30 warten vor der Osterschelde. In der Schleuse wird das (bisherige) Süßwasser vom Salzwasser getrennt.

Die Windprognose sagt SW voraus. Also weiter ins Versemeer. Das zieht sich allerdings doch etwas länger hin.

 

18:40 Der Versuch, in einem Hafen unterzukommen, um die Batterien wieder aufzuladen ist für die „Kats“. Alles voll und zudem eng zum wenden. Mit verbogener Relingstütze müssen wir weiterfahren. Wir motoren weiter (Batterien laden) und können dann ja wieder Ankern.

 

Im Versemeer angekommen ist es aber gar nicht so leicht einen geeigneten Platz zu finden. Die ersten Ankerversuche scheitern an der Handbreit Wasser unterm Kiel. Wir setzen zweimal auf und kommen gerade eben wieder frei. Erst um 20:50 gelingt es uns auf 2 m Wassertiefe und außerhalb des Fahrwassers zu ankern.

 

 

6. Tag 24. Juli 2013

 

09:15 Anker auf. Wir fahren nach Veere. Leider ist der Hafen rappelvoll und der  sonst so beschauliche Ort sehr rummelig. Also schleusen wir um 13 Uhr in den Kanal durch Walcheren; und motoren via Middelburg nach Vlissingen.

15:35 legen im Hafen Schelde in Vlissingen an und bekommen dabei Hilfe von einem deutschen Paar, die mit Ihrer „Ikoko“ just heute zur Weltbesegelung aufgebrochen sind. Wir kommen schnell ins Gespräch und nachdem wir uns später noch mal über den Weg laufen, verabreden wir uns für Abends auf ihrem Schiff.

 

Vor der Ikoko besichtigen wir aber noch Vlissingen ...

...und wandeln auf dem Jakobsweg.

Wir kaufen auch noch Motoröl ... bei Aldi!!!

 

Der Abend auf der Ikoko ist gesellig, informativ und schön!